Globulus e.V.

Verein zur Förderung der ärztlichen Homöopathie in den Kinderkliniken

Homöopathen

Samuel Hahnemann (1755-1843)

Samuel Hahnemann, Begründer der Homöopathie

Christian Friedrich Samuel Hahnemann wurde am 10. April 1755 als Sohn eines Porzellanmalers in Meißen geboren. Nach dem Besuch der Fürstenschule St. Afra nahm er das Medizinstudium in Leipzig auf. Enttäuscht vom damals sehr theoretischen Studium reiste er nach Wien zum Leibarzt der österreichischen Kaiserin Joseph von Quarin, der ihn im Krankenhaus direkt am Krankenbett unterrichtete und ärztlich ausbildete. Hahnemann schloss sein Medizinstudium schließlich 1779 in Erlangen ab, und im folgenden Jahr ließ er sich bereits als Arzt in eigener Praxis nieder.  Durch Heirat der Apothekerstochter Henriette Küchler kam Hahnemann mit der Chemie und Pharmazie in engeren Kontakt und führte bald eigene Untersuchungen und Experimente durch. Unzufrieden mit dem damaligen Angebot der Medizin zog er von Ort zu Ort und nahm verschiedene Stellen an.

Nebenbei verdiente er sich sein Einkommen durch zahlreiche Übersetzungen medizinischer Werke, darunter auch William Cullens „Treatise of the Materia Medica“. Dieses 1792 erschienene Lehrbuch über die damalige Arzneimittellehre ist für die Homöopathie von besonderer Bedeutung, da Hahnemann in einer neu hinzugefügten Fußnote erstmals den so genannten „Chinarindenversuch“ darstellte. Diese Beobachtung sollte später für die Entwicklung der Homöopathie die entscheidende Rolle spielen.  Nach weiteren Stationen in halb Deutschland zog Hahnemann mit Familie nach Königslutter, wo er 1796 erstmals das Ähnlichkeitsprinzip offiziell erwähnt hat: „Similia similibus curentur“. Damit gilt dieses Jahr heute als „Geburtsjahr der Homöopathie“.

In den folgenden Jahren verfeinerte Hahnemann die Behandlung seiner Patienten mittels des Ähnlichkeitsprinzips immer mehr, in dem er die Dosis der Arzneien weiter und weiter verkleinerte. Alle Behandlungen dokumentierte er akribisch in seinen Krankenjournalen, was für die damalige Zeit noch ganz unüblich war. Seine gesammelten Erfahrungen fasste Hahnemann erstmals 1810 im „Organon der rationellen Heilkunde“ (später: „Organon der Heilkunst“) zusammen. Dieses bahnbrechende Werk erschien in mehreren Auflagen und gilt bis heute als Standardwerk für eine fundierte Einführung in die Homöopathie.  Nach erfolgreicher Habilitation an der Universität Leipzig versuchte sich Hahnemann als Dozent zu etablieren, war aber wenig erfolgreich. Immerhin konnte er im Rahmen eines kleinen Schülerkreises die Homöopathie an angehende Ärzte weitergeben und mit Hilfe von Arzneimittelprüfungen die homöopathische Arzneimittellehre stark erweitern. Die gesammelten Prüfungen erschienen nach und nach als „Reine Arzneimittellehre“ (1811-1830).

Im Jahre 1820 wurde Hahnemann zu dem todkranken Fürsten Karl von Schwarzenberg gerufen, der bereits von mehreren Leibärzten behandelt worden war. Schwarzenbergs Tod kurze Zeit später wurde von den Apothekern unter anderem als Anlass gesehen, Hahnemann das „Selbstdispensieren“, d.h. das selbstständige Ausgeben von Arzneien an Patienten, zu verbieten.  Mit Unterstützung von Herzog Ferdinand von Anhalt-Köthen konnte er allerdings weiterhin praktizieren und residierte so von 1821-1835 in Köthen. In dieser Phase erreichte Hahnemann nationale und internationale Bekanntheit, die Patienten nahmen lange Anreisen in Kauf, um sich von ihm homöopathisch behandeln zu lassen. Während einer Choleraepidemie hatte Hahnemann mit seinen homöopathischen Arzneien großen Erfolg und postulierte erstmals „Kleinstlebewesen“ als Ursache von Infektionskrankheiten.

Eine weitere, große Wende im Leben des inzwischen verwitweten Hahnemann ereignete sich 1835: Die bekannte Pariser Künstlerin Mélanie d’Hervilly reiste – zunächst als Patientin – zu ihm nach Köthen. Innerhalb kürzester Zeit verliebten sich beide so heftig ineinander – trotz eines Alterunterschiedes von 45 (!) Jahren –, dass das Paar am 7.6.1835 bereits frisch verheiratet nach Paris abreiste.

Melanie lernte schnell und intensiv Hahnemanns Heilmethode, und so konnten beide in den folgenden Jahren gemeinsam als Team unzählige Patienten in einer sehr gefragten Praxis im Pariser Stadtzentrum behandeln.

Obwohl Hahnemann zum Zeitpunkt der Abreise nach Paris bereits 80 Jahre alt war, konnte er das „Organon der Heilkunst“ und sein Spätwerk „Die chronischen Krankheiten“ entscheidend weiterentwickeln. Darin enthalten war die so genannte „Miasmentheorie“, mit deren Hilfe Hahnemann die tiefere Ursache der chronischen Krankheiten ergründen und behandeln wollte. Bis heute ist diese Theorie im Gespräch, erfuhr im Laufe von Jahrzehnten zahlreiche Abwandlungen und ist dabei gleichzeitig sehr umstritten geblieben.

Nach einem erfüllten, äußerst arbeitsreichen Leben erkrankte Hahnemann an einem Bronchialkatarrh, an dessen Folgen er am 2.7.1843 im 89. Lebensjahr verstarb. Die Beisetzung fand auf dem berühmten Friedhof von Montmartre statt.